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Antiken aus Xantener Privatbesitz und europäischen Museen
Seit Jahrhunderten bringt der Xantener Boden immer wieder antike Fundstücke hervor. Nicht alle Funde gelangten in die öffentliche Hand, viele blieben in Privatbesitz oder wurden später an auswärtige Museen verkauft. Das LVR-RömerMuseum öffnet diese „Schatzhäuser" vom 19. September 2010 bis zum 9. Januar 2011 erstmals für die Öffentlichkeit.
Antiken aus Xantener Privatbesitz und europäischen Museen
Besonders die Hinterlassenschaften aus der römischen Zeit haben seit jeher die Aufmerksamkeit von privaten Liebhabern und Sammlern auf sich gezogen. So sind über Generationen hinweg beachtliche Sammlungen entstanden, die nie ans Licht der Öffentlichkeit gelangten. Doch nun ist es soweit: Ab September weckt das LVR-RömerMuseum die unbekannten Xantener Antiken für eine Weile aus ihrem Dornröschenschlaf.
Der Aufruf an die Xantener Bevölkerung, ihre sorgsam gehüteten Preziosen einem breiten Publikum zu zeigen, traf auf großen Zuspruch. Rund 40 private Leihgeber stellen aus ihren heimischen Wohnzimmern über 600 Exponate zur Verfügung. Sie umfassen vom bronzezeitlichen Schwert bis zu Gefäßen des 16. Jahrhunderts einen Zeitraum von mehr als zweieinhalb Jahrtausenden.
Römischer Möbelaufsatz in Form eines Greifen | Mittelalterlicher Münzschatz aus dem 14. Jahrhundert | Römische Glasflaschen.
Die Ausstellung präsentiert eine Vielfalt an Alltagsgegenständen, aber auch Bronzen, Schmuck und seltene Einzelstücke. Gezeigt werden Beschläge mit dem Unheil abwehrenden Antlitz der Medusa, profane Nachttöpfe und Öllampen neben kostbaren Gemmen und goldenem Schmuck; Spielsteine aus farbigem Glas gesellen sich zum exotisch anmutenden Aufsatz eines römischen Möbels in Greifenform. Etliche dieser Fundstücke sind ganz neu im Spektrum der Xantener Altertümer und daher für die Wissenschaft besonders spannend.
Ergänzend steuern mehrere Museen aus dem In- und Ausland einige ihrer bedeutendsten Funde aus Xanten bei. So kehrt die lebensgroße Büste eines Mannes, der sich in der Art des ehrwürdigen Kaisers Trajan darstellen ließ, erstmals seit ihrer Entdeckung in den 1950er-Jahren an den Ort ihrer Auffindung zurück. Sie ist bis heute das einzige bekannte Porträt eines Römers aus Xanten. Besonders erfreulich ist auch, dass Bestände aus der Sammlung des Notars Philipp Houben (1767-1855) zeitweise nach Xanten zurückkehren. Houben führte umfangreiche Ausgrabungen vor Ort durch und rief ein erstes öffentlich zugängliches Museum ins Leben. Nach seinem Tod wurden diese Fundstücke in alle Winde zerstreut.


Römischer Bronzebeschlag mit Medusa-Antlitz | Römische Tongefäße | Goldener Fingerring mit römischer Gemme.
Die Ausstellung bietet auch die Gelegenheit, Bekanntschaft mit den verschiedensten Sammlerpersönlichkeiten zu machen. So erfahren wir von der Familie, deren Angehörige bereits im 19. Jahrhundert mit großem Eifer antike Fundstücke im Gelände des Legionslagers auflasen und anschließend in ihrem Gasthof ausstellten. Ihrer Begeisterung über die Generationen hinweg verdankt die Nachwelt einige der interessantesten Gemmen aus Xanten und dazu manch schöne Anekdote: Aus Angst, die kleinen Schmucksteine könnten durch Löcher in den Hosentaschen verloren gehen, wurden sie im Mund unter der Zunge transportiert.
Wer mag, kann in der Ausstellung auch seine eigenen Spuren hinterlassen: Eine unbestückte Vitrine wartet auf Besucherinnen und Besucher, die neue „Schätze" mitbringen und ausstellen möchten. Ein umfangreiches Begleitprogramm lädt dazu ein, eigene Stücke begutachten zu lassen, mit den Fachleuten zu plaudern oder auf Spurensuche im Museum zu gehen. Besonders für die kleinen Gäste werden viele Aktionen zum Mitmachen und Entdecken angeboten.
Ein Begleitband zur Ausstellung ist an der Museumskasse erhältlich (167 Seiten; 9,90 €). Es gelten die normalen Eintrittspreise und Öffnungszeiten.
