Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

LVR-Archäologischer Park Xanten
LVR-RömerMuseum

Wasser für Roms Städte

Als Meisterwerke der römischen Baukunst und des technischen Fortschritts werden Aquädukte bis heute von Laien wie Fachleuten gleichermaßen bewundert. Die neue Sonderausstellung im LVR-RömerMuseum gibt verblüffende Einblicke in die Welt der römischen Technik.

Laufzeit verlängert bis 18. Juni 2017

Zwei sich kreuzende Wasserleitungen vor den Toren Roms

Römische Aquädukte an der Via Appia (Grafik: Tim Wehrmann für GeoEpoche)

Kilometerlange Wasserleitungen mit Brücken von bis zu 50 Meter Höhe beeindrucken wegen ihrer technischen Perfektion und Ästhetik auch nach fast zwei Jahrtausenden. Derart kühn haben die antiken Baumeister selbst tief eingeschnittene Täler überwunden, dass es scheint, als hätten sie mit ihren Halbkreisbögen die Gesetze der Schwerkraft aushebeln wollen. Diese Bauwerke, aber auch die dem Auge verborgenen Tunnel und Druckleitungen sind eine Demonstration antiker Ingenieurskunst und Machtwillens.

Neben all der bautechnischen Raffinesse beeindruckt nicht zuletzt die Funktionstüchtigkeit, mit der die antiken Ingenieurbauten die Bevölkerung über Jahrhunderte mit qualitätvollem Trinkwasser versorgten. Mit einer Versorgungsmenge von 20 Millionen Liter pro Tag stand beispielsweise den Einwohnern des römischen Köln pro Kopf zehnmal mehr Trinkwasser zur Verfügung als den heutigen Kölnerinnen und Kölnern.

Obwohl keine Baupläne und Beschreibungen aus der Antike bekannt sind, ist es den Fachleuten unserer Tage in einigen Fällen gelungen, die in den Bauwerken steckenden Ingenieursleistungen nachzuvollziehen. So konnte die Einteilung der Fernleitungstrassen in kurze, gleichzeitig errichtete Abschnitte inzwischen archäologisch belegt werden, und dank der Rekonstruktion römischer Vermessungsgeräte konnten die Methoden der mit höchster Genauigkeit durchgeführten Gefälleabsteckungen ermittelt werden.

Im Zentrum der Ausstellung steht der römische Aquäduktbau. Neben ausgewählten Originalfunden faszinieren großartige Fotos und Modelle mit neuen Erkenntnissen zu Planung und Vermessung, zu Wassergewinnung, Aquäduktbrücken und –tunneln. Nachbildungen römischer Vermessungsinstrumente veranschaulichen die erstaunliche Präzision, mit der die römischen Ingenieure das Wasser in die Städte brachten.

Die steinernen Bögen des römischen Aqäudukts von Incekemer. Die Bögen des Pont du Gard vor blauem Himmel

Die Bögen des Aquädukts von Incekemer in der Türkei und des Pont du Gard in Südfrankreich (rechts)

Initiator der Ausstellung ist Prof. Klaus Grewe, der viele Jahre beim LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland tätig war und intensiv die Eifelwasserleitung und andere Aquädukte erforscht hat. Aus seiner Feder stammt auch der 400-seitige Begleitband zur Ausstellung mit dem Titel Aquädukte – Wasser für Roms Städte, erhältlich im Museumsshop und im Buchhandel.

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