Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

LVR-Archäologischer Park Xanten
LVR-RömerMuseum

Schiffbau pausiert im Winter

Drei Schiffe hat das Team der Schiffbauer bislang im APX gebaut. Sie stehen in der Werft nahe dem LVR-RömerMuseum, wo aktuell wieder vor den Augen des Publikums ein römisches Schiff entsteht: Mit der Minerva Tritonia wird eines der mächtigen Segelschiffe rekonstruiert, die in der römischen Rheinflotte für Transporte eingesetzt wurden.

Die Werft ist von November bis Ende März nicht geöffnet. Ab April werden Sie die Fertigstellung der Minerva Tritonia und den Beginn eines neuen Schiffbauprojekts wieder täglich live verfolgen können.

Die Werft ist umgezogen - besuchen Sie ab April den neuen Standort außerhalb des Archäologischen Parks. Sie erreichen die Werft in drei Minuten Fußweg (gut ausgeschildert) vom Parkeingang am LVR-RömerMuseum aus. Ihre Eintrittskarte gilt danach selbstverständlich auch für den Wiedereintritt in den Park.

Zwei Schiffbauer schlagen eiseren Nägel in den Rumpf der Minerva Tritonia

Über 3000 handgeschmiedete Eisennägel werden in den Rumpf der Minerva Tritonia geschlagen

2014 startete der APX mit dem detailgetreuen Nachbau der Nehalennia, der modernen Schwester des römischen Plattbodenschiffes aus Xanten-Wardt. In zehnmonatiger Bauzeit entstand das Schiff in liebevoller Handarbeit in einem Werftzelt am LVR-RömerMuseum. Bevor die Nehalennia ihre Testfahrt im Juni 2015 antreten konnte, mussten die Schiffsbauer letzte Hand anlegen. Die Rekonstruktion der Prahmfähre - eine Art Lastkahn mit flachem Rumpf für seichte Gewässer - wurde im Mai zunächst wasserfest abgedichtet. Dabei wurde in Holzteer getränktes Hanftau in die Fugen zwischen den Planken des Schiffsrumpfs gepresst und mit über 2000 sogenannten Kalfaternägelchen befestigt. Im Einsatz auf der Lippe bei Dorsten zeigte sich der Nachbau dann allen Anforderungen gewachsen.

In der Saison 2015 wuchs die Flotte mit den Rekonstruktionen der beiden Einbäume Philemon und Baucis weiter. Die bei Zwammerdam in den Niederlanden gefundenen Boote wurden vermutlich beim Fischfang auf dem Rhein eingesetzt. Während Philemon als fast elf Meter langes „Mutterschiff“ mit Setzbord, Spanten und Mast ausgestattet war, ist Baucis nach bisherigen Erkenntnissen ein umgebauter Einbaum, der von einem anderen Boot oder Schiff als Behälter für lebende Fische mitgeschleppt wurde. Auch Philemon und Baucis überstanden ihren ersten Test in der Xantener Südsee mit Bravour.

Seit Mai 2016 baut die Crew an dem Stolz der Xantener Römerflotte, der Minerva Tritonia. Ihr historisches Vorbild aus dem späten 3. Jahrhundert stammt aus Mainz. Mit 18 Metern Länge und fast vier Metern Breite wird sie die bisher im APX rekonstruierten Schiffe deutlich übertreffen. Schiffe dieser Art waren vielseitig einsetzbar und dienten vorwiegend dem Transport von Soldaten und Ausrüstung. Kiel, Steven, Mast und Rah sind bereits fertiggestellt. Im nächsten Schritt werden die Bodenplanken gesetzt.

Die Nehalennia auf dem Wasser, darauf ein Bootsmann mit langer Stange

Liegt gut im Wasser und lässt sich leicht steuern: die Nehalennia im Einsatz auf der Lippe

Der APX und das LVR-Integrationsamt nutzen das Projekt für eine neue und langfristig angelegte Kooperation zur betrieblichen Ausbildung von jungen Menschen mit einer Schwerbehinderung. Seit 2014 wurden Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigung, Schulabgängerinnen und -abgänger mit Schwerbehinderung oder Beschäftigte einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Langzeitpraktika fachlich und individuell qualifiziert und so im weiteren Verlauf an eine betriebliche Ausbildung herangeführt. Um diese berufliche Qualifikation direkt vor Ort anbieten zu können, wird aktuell eine integrative Holzwerkstatt in der Werft aufgebaut, in der ab sofort zwei ehemalige Praktikanten der Werft als Fachpraktiker für Holzverarbeitung ausgebildet werden.

Die Anschlussstelle „Schule – Beruf“ ist für das LVR-Integrationsamt ein besonders wichtiges Handlungsfeld: Behinderungsgerechte betriebliche Ausbildungsmodelle sind nämlich nach wie vor Mangelware, obwohl für viele junge Menschen mit Behinderung eine theoriereduzierte Ausbildung möglich wäre. Als Partner von schwerbehinderten Menschen im Arbeitsleben und ihrer Arbeitgeber fördert das LVR-Integrationsamt das Schiffsbauprojekt mit 100.000 Euro. Die dauerhaft eingerichtete Integrationsabteilung „Holzwerkstatt“ wird außerdem durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Bundesprogramms „Inklusionsinitiative II - AlleImBetrieb" gefördert.

Ein Jugendlicher bearbeitet ein Holzstück mit einer Handfeile Schiffsbauer Kees Sars steht in dem halb fertigen Schiffsrumpf Ein Jugendlicher bearbeitet einen Holzbalken mit einem Hobel

Viele Hände, ein Werk: Schiffbaumeister Kees Sars (Mitte) und zwei Jugendliche aus seinem Team

Die Arbeiten in der Werft sind voraussichtlich bis Ende Oktober immer montags bis freitags von 11 bis 17 Uhr zugänglich. An Wochenenden und Feiertagen ruhen die Arbeiten, aber die Werft kann auch dann besichtigt werden.

An den folgenden Tagen der offenen Werft arbeiten der Schiffsbaumeister und sein Team auch sonn- bzw. feiertags von 11 bis 17 Uhr vor Publikum:

Eine 60-minütige Führung in der Schiffswerft für Gruppen bis 15 Personen ist zum Preis von 33 Euro buchbar über

Besucherservice Xanten
Tel. +49(0)2801 988-9213
Fax +49(0)2801 988-9215

xanten@kulturinfo-rheinland.de

Flagge England Flagge Niederlande

/ Info

/ Presse

/ Service

/ Kontakt

/ Downloads

Logo: EMAS

/ Weblinks

virtuelle Grafik eines Haftentempels