Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

LVR-Archäologischer Park Xanten
LVR-RömerMuseum

Brot und Spiele

Die ungeheure Faszination, die von den Kämpfen um Leben und Tod im Amphitheater auf große Teile der römischen Bevölkerung ausging, wird in manchen populären Filmen nachvollziehbar. Gleichzeitig führt Hollywood uns die Grausamkeit der damals so beliebten Spektakel vor Augen – und verbreitet viele falsche Vorstellungen.

Vier lebensgroße und lebensechte Puppen stellen unterschiedlich bewaffnete römische Kämpfer da.

Vier Figurinen mit typischer Bewaffnung unterschiedlicher Gladiatoren.

Wer es besser wissen möchte, kann sich im neuen Ausstellungsbereich im Amphitheater des APX ein eigenes Bild machen. Die Ausstellung im inneren Rundgang der Arena folgt dem Tagesablauf der damaligen Veranstaltungen. In einem von drei anliegenden Räumen, die wahrscheinlich als Tierkäfige oder Aufenthaltsräume für Gladiatoren gedient haben, trifft man zunächst auf mehrere lebensgroße Figurinen mit originalgetreu rekonstruierter Ausrüstung typischer Gladiatorengattungen. Im düsteren Gang selbst bieten beleuchtete Texttafeln und Monitore mit Kampfszenen vielfältige Informationen über die antiken Spektakel.

Einige Meter weiter reagiert der virtuelle Schattenriss eines Bären hinter Gittern auf Besucher. Die Tiere wurden in Käfigen bis aufs Blut gereizt, bevor sie im Vormittagsprogramm der „Spiele" ihrem Schicksal in der Arena entgegentreten mussten. Ausgebildete Tierkämpfer (bestiarii) traten gegen Bären, Hirsche oder Eber an, die in den hiesigen Wäldern heimisch waren. Exotische Tiere wie Löwen oder Leoparden werden zu teuer gewesen sein, ihr Transport an den Niederrhein zu aufwendig.

Umgang hinter der Arenamauer mit beleuchteten Texttafeln und Monitoren.

Der Umgang hinter der Arenamauer mit Texttafeln und Ausstellungsräumen.

Es folgten Hinrichtungen verurteilter Verbrecher, bevor am frühen Nachmittag die ersten Gladiatoren auftraten. Es waren Kämpfer, die mit gleicher Ausrüstung die Klingen kreuzten, darunter auch Kontrahenten zu Pferde. Am späteren Nachmittag folgte schließlich der Höhepunkt des Tages, wenn sehr unterschiedlich ausgerüstete Gladiatoren gegeneinander antraten. Für das Publikum bestand ein beträchtlicher Reiz in der Paarung von leicht- und schwerbewaffneten Athleten, deren Vor- und Nachteile sich weitgehend ausglichen. Anders als in den Klischees von Hollywood üblich, entwickelte sich aus diesen unterschiedlichen Voraussetzungen ein taktisch geprägtes Kampfgeschehen, das die fachkundigen Zuschauer in seinen Bann zog.

In einem letzten Raum, der aktuell noch nicht ganz fertiggestellt ist, werden bald weitere Figurinen und Ausrüstungsstücke den Rundgang vervollständigen. Eine moderate Geräuschkulisse aus Kampflärm und Bärengebrüll sorgt zudem für eine atmosphärische Verdichtung der Eindrücke vom Geschehen in der Arena.

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virtuelle Grafik eines Haftentempels