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LVR-Archäologischer Park Xanten
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Römische Handwerkerhäuser

Prachtvolle Bauwerke wie der Hafentempel, das Amphitheater und die Thermen prägen unser Bild von der römischen Stadt. Wie aber haben die einfachen Menschen in der Colonia Ulpia Traiana gewohnt und gearbeitet?

Die Straßenfront der römischen Handwerkerhäuser.

Die Straßenfront der neuen Handwerkerhäuser im APX.

Drei neue, jüngst fertiggestellte Handwerkerhäuser zeigen, wie ein Großteil der römischen Bevölkerung gelebt hat. Sie wurden über den Fundamenten ihrer römischen Vorbilder mitsamt Inneneinrichtung, Werkstätten, Wohnräumen und Höfen rekonstruiert.

Dem archäologischen Befund folgend, stehen die Häuser auf streifenförmigen Parzellen mit einer gemeinsamen Front zur Straße. In den Höfen dahinter liegen kleinere Nebengebäude und Schuppen. Werkabfälle, die bei den Ausgrabungen gefunden wurden, belegen, dass hier römische Handwerker und ihre Familien lebten. Im Erdgeschoss öffnen sich ihre Läden und Werkstätten zur Straße, im oberen Stockwerk liegen die Wohnräume. In den rekonstruierten Werkstätten werden Schmiede und Weberinnen ab Mai 2015 regelmäßig die Kniffe ihres Handwerks vorführen.

Der überdachte Bereich vor den Häusern mit einem auf die Wand gemalten Ladenschild der Weberei. Die Vorderansicht der Häuser mit Vordach und Ladentüren. Licht fällt durch eine halb geöffnete Türe aus dem Hinterhof auf die Fliesen eines Innenraums.

Ladenschild des Webers vor dem Eingang, das mittlere Haus von vorne und Türe zum Hinterhof.

Die antike Bauweise brachte eine besondere Herausforderung für die Bauforscher mit sich: Weil der Import von Steinen an den Niederrhein sehr teuer war, errichteten viele Menschen ihre Häuser mit Wänden aus gestampftem Lehm. Doch das Wissen um die uralten Lehmbautechniken ist heute weitgehend verloren gegangen. Erst nach intensiven Forschungen hatten die Fachleute passende Lehmmischungen und Wandputze gefunden, die dem feuchten niederrheinischen Klima standhalten. Viele weitere Techniken und Details wurden im wissenschaftlichen Experiment so erschlossen, wie sie nach dem archäologischen Befund in römischer Zeit ausgeführt waren. Die Eichenbalken für das Dach und die Decken wurden nach römischem Vorbild von Hand gebeilt, die Dachziegel wurden manuell hergestellt und im Holzofen gebrannt, und das Fensterglas ist ebenfalls von Hand geformt. Alles in allem setzen die Häuser neue Maßstäbe in der Qualität und Detailtreue wissenschaftlicher Rekonstruktionen.

Freigelegte römische Grundmauern im mittleren Haus. Der Ladenbereich des Schmiedes mit Tischen und Wandschrank. Schlafzimmer des Schmiedes mit farbig bemalten Wänden.

Freigelegte römische Grundmauern, der Verkaufsraum des Schmiedes und ein Schlafzimmer über der Schmiede.

Die Werkstätten und die darüber liegenden Wohnräume wurden mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Eins der drei Häuser beherbergt eine Weberei. In seinem oberen Stockwerk vermittelt eine kleine Ausstellung anschauliche Informationen über römische Stoffe und Kleidung. Das mittlere Haus zeigt die besondere Bauweise der Rekonstruktion: Hier können Sie auf einen Blick die baulichen Zusammenhänge zwischen den römischen Grundmauern und der darüber liegenden Betonplatte erfassen, auf der die tragenden Stampflehmwänden errichtet wurden, und den Blick weiter bis zu den Balken des Dachstuhls schweifen lassen. Im dritten Haus rundet eine Schmiede das Ensemble ab. Über den Werkstätten eines Bronzegießers und eines Eisenschmieds befinden sich die Wohnräume der Familie, die vom Korbsessel bis zur Kinderwiege mit vielen kleinen Details ausgestattet sind. Besonders in diesen Räumen mit ihren Holzflächen und farbigen Wandmalereien erzeugt das gedämpfte Tageslicht eine einmalige Atmosphäre. Im Kontrast dazu zeigen die Höfe hinter den Häusern mit schlichten Schuppen und Ställen, Vorratsräumen und einfachen Schlafpritschen die karge Lebenswelt der Bediensteten.

Ein römischer Schmied bedient zwei große Blasebälge am Schmiedefeuer.

Bei den Römischen Wochenenden beleben die Weberinnen und der römische Schmied abwechselnd ihre Werkstätten - lebendige Archäologie zum Mitmachen!

Buchbare Führung

Eine 60-minütige Führung in den Handwerkerhäusern für Gruppen bis 15 Personen ist zum Preis von 33 Euro buchbar über Tel. +49(0)2801 988-9213, Fax +49(0)2801 988-9215, xanten@kulturinfo-rheinland.de.

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