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Römische Herberge

Wer in römischer Zeit eine Reise unternahm, war oft lange unterwegs und musste manche Entbehrungen auf sich nehmen. Die Herberge der Colonia Ulpia Traiana bot Reisenden eine komfortable Unterkunft, Bewirtung und die Wonnen eines heißen Badehauses.

Blick auf die römische Herberge. Rekonstruierte römische Möbel, ein Teppich und Wandmalerei in einem der Wohnräume. Eine Pflanze vor dem Restaurant in der römischen Herberge.

In der Herberge unweit des Hafens fanden Reisende eine bequeme Unterkunft.

Die wieder aufgebaute Herberge unweit des antiken Hafens zeigt alle Einrichtungen, in denen Kaufleute, Handwerker und andere Reisende Erholung von den Strapazen der Reise fanden. Vom langen Säulengang aus, an dem auch das römische Restaurant liegt, führen Korridore zu kleineren Mehrbettzimmern. Größere Raumgruppen boten denjenigen, die sie sich leisten konnten, mehr Komfort. Alle Räume der Herberge sind möbliert und mit Wandmalereien nach römischen Vorbildern geschmückt.

Am Ende des Säulengangs liegt die römische Küche, in der an bestimmten Terminen der Römischen Wochenenden frisch zubereitete Leckereien nach antiken Rezepten angeboten werden. Vom Vorraum führt eine Treppe hinab in den Keller mit den „Kühlschränken" der Römer – großen Vorratsgefäßen, die in die Erde eingegraben wurden und Lebensmittel lange frisch hielten. Wer hier genau hinsieht, kann den Übergang vom echten römischen Mauerwerk zu den modern aufgemauerten Steinreihen erkennen.

Der grüne Kräutergarten mit der römischen Herberge im Hintergrund. Blick auf einen Dachansatz mit zwei rekonstruierten korinthischen Säulen an der römischen Herberge.

Wo es wächst und gedeiht: der Kräutergarten an der römischen Herberge.

Wenige Meter weiter gelangt man zum Kräutergarten mit seinen üppigen Beeten. Hier wachsen die Kräuter und Gewürze, die die Römer einst an den Niederrhein brachten. An den Römischen Wochenenden bietet der Stand der Kräuterexpertin regelmäßig die Gelegenheit, allerhand Wissenswertes über antike Nutz- und Heilpflanzen zu erfahren, Sesampaste nach antiker Art zu kosten, echten Weihrauch zu schnuppern oder selber einmal einen Kranz zu binden.

Direkt neben dem Kräuergarten bietet sich der Innenhof der Herberge für eine gemütliche Pause an. Hier laden die Speiseräume des römischen Restaurants und die Tische auf der sonnigen Terrasse zu einem Snack oder einem reichhaltigeren Menue nach antiken Rezepten ein.

Am anderen Ende der Herberge ist seit kurzem die neue Dauerausstellung Kaiser, Senat & Volk eröffnet. Hier erzählen moderne Medien aus dem Leben von berühmten und weniger bekannten römischen Persönlichkeiten. Weiter auf der Südseite des Gebäudes folgt linker Hand der Straßenverkauf des römischen Restaurants mit Sitzgelegenheiten unter dem schattigen Dach des Säulengangs.

Ein Korb mit Zwiebeln und Knoblauch auf einem Holztisch, daneben ein Krug und frische Kräuter. Teile des Kräutergartens an der römischen Herberge. Der Vorratskeller mit im Boden eingelassenen großen Vorratsgefäßen.

Genug Gelegenheiten, die Zeit in der römischen Herberge zu genießen.

Dem Säulengang längs der Straße weiter folgend, gelangt man zu den Werkstätten der Knochenschitzer und Schuhmacher. Hier führen ausgebildete Fachleute an den Römischen Wochenenden von Mai bis September die Kniffe ihres alten Handwerks vor. An ihren Werkbänken nehmen besonders die Jüngeren gerne Platz und fertigen römische Souvenirs nach eigenem Geschmack an.

Über einen verwinkelten Innenhof gelangt man zu dem vielleicht beeindruckendsten Bereich der Herberge: das antike Badehaus. Es ist bis heute weltweit die einzige Anlage, die originalgetreu wie in der Antike befeuert werden kann. Ein einziges Holzfeuer erwärmt das Badewasser in einem großen Heizkessel und gleichzeitig die Luft, die sich unter den Fußböden der Baderäume verteilt und in die hohlen Wandziegel streicht. Moderne Messungen der Temperaturen und des Holzverbrauchs zeigen, dass dieses ausgeklügelte Heizsystem die Wärmeenergie fast restlos nutzt.

Blick in das Heißbad der rekonstruierten Herbergsthermen mit reichen Wandmalereien. Farbenfrohe Wandmalereien in den Herbergsthermen.

Kunstvoll ausgestaltet: typisch für die römischen Thermen.

Im Inneren der Thermen ist die besondere Atmosphäre der römischen Bäder mit den Gerüchen vergangener Dampfschwaden und dem Plätschern des einlaufenden Wassers auch dann spürbar, wenn die Anlage nicht befeuert wird. Durch einen Auskleideraum gelangt man erst zum Kaltbad und weiter durch einen mäßig beheizten Raum in das Heißbad. Aus antiken Schriftquellen wissen wir, wie sehr die Römerinnen und Römer diese Abfolge von kalten, warmen und heißen Bädern schätzten. Leicht kann man sich hier vorstellen, welche Genüsse die ausgedehnten Badegänge unseren Vorfahren mit wohligen Massagen, aromatischen Ölen und anregenden Gesprächen boten.

Ein römischer Akteur beim Schüren des Feuers. Ein junger Mann wird im Haißbad mit Wasser übergossen. Eine Frau im Heißbad hält auf einem Tablett kleine Flaschen mit Duftölen, während einige Personen im Wasserbecken baden.

Wasser und Wärme beleben, reinigen und lindern. Nicht nur im kühlen Germanien ein unverzichtbares Stück römische Lebensqualität.

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