Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

LVR-Archäologischer Park Xanten
LVR-RömerMuseum

Die Nehalennia

Ein römisches Schiff wird gebaut


Im APX entsteht in diesem Jahr der Nachbau eines römischen Schiffes. In einem Hallenzelt neben dem LVR-RömerMuseum wird ein römischer Lastkahn, der im Sommer 1991 bei Auskiesungen in einem verlandeten Rheinarm bei Xanten-Wardt geborgen wurde, originalgetreu aus Eichenholz rekonstruiert.

 

Bootsbauer, Archäologin und Handwerker bei der Holzbearbeitung. Foto kann im neuen Fenster vergrößert werden.

Schiffsbauer und Archäologin beim Maßnehmen von Hölzern für die Nehalennia.

 

Bis zur Jungfernfahrt können die Besucherinnen und Besucher den Fortschritt des Projektes hautnah miterleben. Das große Zelt mit der Schiffswerft ist ab sofort während der gesamten Bauzeit immer wochentags geöffnet. Eine Plattform mit barrierefreiem Zugang über eine Rampe ermöglicht es auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität, den Nachbau von den ersten Bodenplanken bis zum fertigen Schiff live zu verfolgen. An ausgewählten Wochenenden im Jahr finden zusätzliche Tage der offenen Werft sowie Handwerksvorführungen und Mitmachaktionen rund um den Schiffsbau statt.

 

Der Nachbau trägt den Namen der einheimischen Göttin Nehalennia, die vor allem im römischen Niedergermanien als Beschützerin der Schifffahrt verehrt wurde. Es handelt sich um den ersten vollständigen Nachbau eines römischen Lastkahns in Deutschland. Bei diesem internationalen Projekt kooperiert der APX mit Dr. Jaap Morel, einem renommierten Schiffsarchäologen aus Lelystad. Projektleiterin im APX ist die Archäologin Dr. Gabriele Schmidhuber-Aspöck. In vordersten Reihe mit im Boot sitzen der Schiffsbaumeister Kees Sars aus Utrecht und seine Kollegen als ausgewiesene Spezialisten auf dem Gebiet des historischen Schiffsbaus. Sie zeigen dem Publikum bei der täglichen Arbeit mit praktischen Erläuterungen, Schautafeln zur römischen Schifffahrt und Rekonstruktionen antiker Holzbearbeitungswerkzeuge, wie die römischen Handwerker ihre Schiffe gebaut haben.

 

Zusätzlich sind an dem Projekt Praktikanten aus verschiedenen Bildungszentren und Jugendeinrichtungen beteiligt. Die jungen Leute können dabei ganz spezielle Erfahrungen sammeln: Sie erhalten Einblick in das traditionelle Handwerk des Holzschiffsbaus und können ihre erworbenen Kenntnisse auch selbst an die Besucher der Werft vermitteln. Gebaut wird die Nehalennia aus Zeit- und Kostengründen allerdings überwiegend mit modernen Werkzeugen. Weitere beteiligte Partner sind das Xantener Stiftsgymnasium, die örtliche Marienschule und das Gymnasium am Neandertal in Mettmann, die sich mit Arbeitsgemeinschaften in das Projekt einbringen. Neben Thementagen zu den unterschiedlichen Werkstoffen und Forschungsmethoden werden die Schülerinnen und Schüler archäologische Experimente durchführen, den Baufortschritt dokumentieren und Modelle gestalten.

 

Modell des Lastkahns aus Holz. Foto kann im neuen Fenster vergrößert werden.

Modell des Lastkahns von Xanten-Wardt aus Holz. Die im Original erhaltenen Teile sind dunkel gefärbt.

 

Plattbodenschiffe wie der Lastkahn aus Xanten-Wardt waren im römischen Rheinland die wichtigsten Fahrzeuge für Transporte auf Binnengewässern. Mit ihrem flachen Rumpf konnten sie selbst bei geringer Wassertiefe in den damals jahreszeitlich mäandrierenden Rheinarmen sicher manövrieren. Der Xantener Lastkahn hatte bei 15 Metern Länge und einer vollen Beladung mit zehn Tonnen Fracht einen Tiefgang von nur etwa einem halben Meter. Ein Segel hatte er nicht; wenn weder Wind noch Strömung das Schiff bewegten, hieß es staken oder mit langen Seilen vom Ufer aus treideln. Untersuchungen der überraschend gut erhaltenen Holzplanken weisen in die Zeit um das Jahr 100 nach Christus, als in der Gründungsphase der römischen Stadt täglich Dutzende solcher Schiffe Baumaterial und andere Waren angeliefert haben. Heute zählt das Original zu den spektakulärsten Exponaten im LVR-RömerMuseum. Seine moderne „Schwester", die Nehalennia, wird ebenfalls im Park ausgestellt und bei ausgewählten Gelegenheiten zu Wasser gelassen werden.

 

 

 

Die Arbeiten in der Schiffswerft sind ab sofort bis November immer montags bis freitags von 9 bis 16.30 Uhr zugänglich. An Wochenenden und Feiertagen ruhen die Arbeiten, aber die Werft kann von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden.

 

An den folgenden Sonn- und Feiertagen finden jeweils um 13 Uhr offene Führungen über die Werft statt (Erwachsene 2 €, Kinder 1 €). An diesen Tagen der offenen Werft arbeiten der Schiffsbaumeister und seine Kollegen von 11 bis 17 Uhr vor Publikum:

 

 

 

Eine 60-minütige Führung in der Schiffswerft für Gruppen bis 15 Personen ist zum Preis von 33  Euro buchbar über Besucherservice Xanten, Tel.
+49(0)2801 988-9213, Fax +49(0)2801 988-9215, xanten@kulturinfo-rheinland.de.


 

 

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